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8 International Science DENTAL TRIBUNE German Edition · Nr. 3/2010 · 3. März 2010 „Das Berner Modell mit einer engen Kooperation zwischen Oralchirurgie und Parodontologie ist in Europa wohl einzigartig“ An den Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern (ZMK) wurden die Grundlagen für eine Neuausrichtung in Forschung, Lehre und Patientenbehandlungen geschaffen. Dental Tribune sprach mit dem geschäftsführenden Direktor, Prof. Dr. Daniel Buser sowie Prof. Dr. Anton Sculean, Direktor der Klinik für Parodontologie. Prof. Anton Sculean: Ich bin sehr glücklich darüber, an den ZMK Bern die Klinik für Parodontologie zu leiten. Durch die neu geschaffenen Strukturen im Bereich der Forschung und Patientenbehandlung haben wir Möglichkeiten, die europaweit einzigartig sind. So wurde eine neue Forschungsetage mit vier biologisch orientierten Labors ins Leben gerufen, die unsere klinisch orientierten Forschungsprojekte optimal unterstützen. Zudem bietet auch die enge klinische Zusammenarbeit mit der Klinik für Oralchirurgie viele Synergien, die genutzt werden können. Die beiden Kliniken ergänzen sich hervorragend und pflegen eine ausgezeichnete Zusammenarbeit. Prof. Dr. Daniel Buser und Prof. Dr. Anton Sculean zur wegweisenden Zusammenarbeit der Kliniken für Oralchirurgie und Parodontologie der ZMK Bern. Dental Tribune: Herr Prof. Buser, die vergangenen 12 Monate mit personellen, organisatorischen, baulichen und strategischen Änderungen sowie Ihrer klinischen Tätigkeit und Lehre erforderten ein riesen Arbeitspensum. Wie schaffen Sie das? Prof. Daniel Buser: Das Pensum war in der Tat öfters am Limit, da ich eine Mehrfachfunktion als Klinikdirektor, Direktor der ZMK und aktiver Oralchirurg ausübe.In all diesen Funktionen kann ich aber auf ein enorm leistungsfähiges Team zurückgreifen, welches mich optimal unterstützt. Die vergangenen Monate waren nicht nur sehr aufwendig und mit viel Arbeit ANZEIGE verbunden, sie haben mir auch viel Befriedigung eingebracht, weil wir unsere strategischen Ziele bis heute alle erreicht haben. Jetzt sollte ich etwas entlastet werden, da Prof. Adrian Lussi als Vizedirektor der ZMK diverse Projekte betreuen wird. Herr Prof. Sculean, nach einer steilen wissenschaftlichen Karriere mit Stationen an den Universitäten Budapest, Münster, Aarhus, Homburg/ Saar, Mainz und Nijmegen leiten Sie seit rund einem Jahr die größte Klinik für Parodontologie der Schweiz. Wie fühlen Sie sich in Ihrem aktuellen beruflichen Umfeld? Prof. Sculean. Wo liegen Ihre wissenschaftlichen und klinischen Schwerpunkte und wo steht Ihre Klinik in fünf Jahren? in Klinik,Forschung und in der Lehre zu institutionalisieren? Gibt es Vorbilder oder wären die ZMK Bern hier Pionier? Prof. Daniel Buser & Prof. Anton Sculean: Das Berner Modell mit einer engen Kooperation zwischen Oralchirurgie und Parodontologie ist in Europa wohl einzigartig und weist viele Vorteile auf. Die beiden Kliniken teilen erzeugt werden, die sich positiv auf diesen Output auswirken werden. In 3–5 Jahren sollte das bei den Jahresanalysen erkennbar sein. Der Ruf einer Klinik hängt auch davon ab, wieviele Zahnärzte aus dem In- und Ausland zu Weiterbildungen und Masterkursen nach Bern kommen. Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus? Prof. Daniel Buser & Prof. Anton Sculean: In post-doc Bereichen wollen wir das Angebot deutlich verbessern. Für klinische Post-docs bieten wir Programme im Bereich „Master of Advanced Dental Studies“ an. Im Bereich der Forschung werden das PhDProgramme sein. Prof. Buser, wenn Sie die ZMK als „Marke“ positionieren, mit welchem Slogan würden Sie die Leistung beschreiben? Prof.Daniel Buser:Die ZMK Bern positionieren sich allgemein als „Kompetenzzentrum für Lehre, Forschung und Spezialbehandlung“. Lehre und Forschung sind die akademischen Aufgaben, während die Spezial- „Im letzten Jahr hatten wir mehr als 80 Originalarbeiten und lagen bei knapp 150 Impact Factor Punkten.“ Prof. Anton Sculean: Meine wissenschaftlichen und klinischen Schwerpunkte sind die regenerativen Techniken bei Parodontaldefekten sowie die ästhetische Weichteilchirurgie bei Gingivarezessionen. Es scheint mir, dass diese Techniken an der Klinik für Parodontologie in Bern bis dato eher zu kurz gekommen sind.Um diese Operationen unter optimalen Bedingungen durchführen zu können, benutzen wir seit letztem Jahr den topmodern ausgerüsteten Operationstrakt der Oralchirurgie. Dies ist ein weiteres Beispiel für die tolle Zusammenarbeit. Daneben bauen wir auch unsere Aktivitäten im Bereich der periimplantären Infektion aus, indem wir unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Giovanni Salvi seit Oktober 2009 eine PeriimplantitisSprechstunde anbieten. Mein Ziel ist es, dass wir in fünf Jahren in beiden Bereichen zur internationalen Spitzenklasse gehören. Parodontologie und Oralchirurgie überschneiden sich. Prof. Buser, wie groß ist Ihrer Erfahrung nach die „Schnittmenge“ und in welcher Phase der Behandlung ist eine Zusammenarbeit der beiden Disziplinen für den Erfolg besonders wichtig? Prof. Daniel Buser: Die beiden Fachgebiete haben sich in den letzten Jahren immer mehr aufeinander zubewegt, vor allem natürlich wegen der Implantologie und wegen der Stomatologie. Die Schnittmenge liegt in beiden Fachgebieten bei etwa 50%. Wenn die „Schnittmenge“ derart groß ist, bietet sich eine Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Klinik geradezu an. Gibt es Pläne, die Ressourcen der beiden Kliniken für Oralchirurgie und Parodontologie sich nicht nur den Operationstrakt, sondern auch Forschungslabors. Es gibt bereits heute eine große Zahl gemeinsamer Forschungsprojekte. Wir stellten zum Beispiel im Herbst 2009 gemeinsam einen PhD-Studenten aus Kanada ein. Zudem bieten wir seit letztem Herbst auch ein gemeinsames Weiterbildungsseminar in Implantologie zusammen mit der Abteilung für Kronen- und Brückenprothetik an. „Die Behandlungskonzepte basieren auf den neuesten Erkentnissen der Forschung und können mit der modernsten Infrastruktur angeboten werden.“ Grundlagenforschung wird für die Zahnmedizin immer wichtiger. Die Forschung im Labor soll stark ausgebaut werden. Welche Gebiete stehen im Fokus? Prof. Daniel Buser & Prof. Anton Sculean: Die ZMK Bern haben eine gute Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe des Inselspitals, speziell dem Departement für klinische Forschung (DKF) und den Kiefer- und Gesichtschirurgen. Die ZMK Bern haben international einen hervorragenden Ruf.Wo sehen Sie noch Potenzial und was ist das Ziel? Prof.Daniel Buser:Wir haben den Forschungsoutput in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gesteigert. Im letzten Jahr hatten wir mehr als 80 Originalarbeiten und lagen bei knapp 150 Impact Factor Punkten. Wir sind überzeugt, dass mit der engen, interdisziplinären Kooperation Synergien behandlungen eine Ergänzung zur Grundversorgung sind, welche in der Privatpraxis angeboten wird. Im Bereich dieser Spezialbehandlung wurden die ZMK Bern für den Tag der offenen Tür am 24. Oktober 2009 auch als „Zentrum für Spitzenzahnmedizin“ positioniert, da das Zentrum den großen Vorteil hat, dass alle Disziplinen der Zahnmedizin an den ZMK unter einem Dach angeboten werden. Die Behandlungskonzepte basieren auf den neuesten Erkentnissen der Forschung und können mit der modernsten Infrastruktur angeboten werden.Wichtig ist auch der Aspekt,dass diese Behandlungen in enger Kooperation mit zuweisenden Privatpraktikern erfolgen. Prof. Buser, Prof. Sculean herzlichen Dank für dieses Gespräch. DT Interview: Johannes Eschmann, Dental Tribune Schweiz www.dental2010.ch im 2-Jahres-Rhythmus Die grösste Dentalmesse der Schweiz auf über 5‘000 m2 Standort Basel: Grosse Besucherzahl aus dem benachbarten Ausland Schnelle und unkomplizierte Anreise aus der ganzen Schweiz Anmeldung für Aussteller über www.dental2010.ch In Zusammenarbeit mit allen führenden Verbänden der Schweizer Dentalwelt Patronat: Arbeitgeberverband der Schweizer Dentalbranche Partner: Schweizer Verband der Dentalassistentinnen Hauptpartner: Schweizerische Zahnärztegesellschaft SSO Partner: Verband Zahntechnischer Laboratorien der Schweiz, VZLS Partner: Berufsverband für Dentalhygienikerinnen und Dentalhygieniker Medien Partner: ZMK Bern

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