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10 Implants Special DENTAL TRIBUNE Swiss Edition · Nr. 3/2010 · 5. März 2010 Prof. Niklaus P. Lang: Erhalt auch bei starker parodontaler Schädigung. Luca Cordaro, Rom, präsentierte neue Daten einer Humanstudie. Dr. Kay Horsch, Executive Director, Osteology Foundation, mit dem Präsidenten der Stiftung Prof. Dr. Christoph Hämmerle. PD Dr. Dennis Rohner zeigte komplexe Rekonstruktionen ganzer Kiefer- und Gesichtsbereiche. ª tienten zu reduzieren und letztlich die Therapiekosten zu senken. Rekonstruktionen von Kiefer und Gesicht Dennis Rohner (Aarau), zeigte anhand beeindruckender klinischer Fälle, was in der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie mithilfe autologer Knochentransplantate möglich ist. Während er kleinere Defekte mit freien Transplantaten aus Ramus oder Kinn füllt und mit Knochenersatz und einer Kollagenmembran in Doppellage konturiert, verwendet er für ausgedehntere Defekte häufig Beckenkammtransplantate in Kombination mit langsam resorbierendem Knochenersatz. Aber auch kraniale Transplantate setzt Rohner aufgrund der geringeren Morbidität an der Spenderregion ein. Da diese aus Kortikalis bestehen, weisen sie weniger Resorption auf, sind jedoch nur schwer formbar und benötigen längere Einheilungszeiten. Für sehr komplexe Rekonstruktionen ganzer Kiefer- und Gesichtsbereiche nach grossen Tumorresektionen verwendet Rohner meist vaskularisierte Transplantate von der Fibula, die er bei ausreichender Zeit präformiert, um eine optimale Anpassung an die Empfängerregion zu erzielen. Gaumendefekte rekonstruiert er mithilfe von Temporalismuskel-Transplantaten. Die Prothesen werden mit Zygomaimplantaten verankert. Dr. Rino Burkhardt: Keratinisiertes Weichgewebe möglichst erhalten. Prof. Dr. Dr. Sören Jepsen, Bonn, präsentierte Studienergebnisse der neuen dreidimensionalen Kollagenmatrix. PD Dr. Ronald Jung: Wie erreicht man ein stabiles, ästhetisches Weichgeweberesultat? Dr. Ueli Grunder moderierte die beiden Nachmittagssitzungen und die Schlussrunde. thel. Soll Gingiva beim Patienten mit einem freien Schleimhauttransplantat augmentiert werden, muss daher ein kleiner Rest keratinisiertes Weichgewebe vorhanden sein, betonte Lang. Keratinisiertes Weichgewebe möglichst erhalten Gibt es Unterschiede im Aufbau und beim Management des Weichgewebes zwischen Zähnen und Implantaten? Antwor- ten gab Rino Burkhardt (Zürich): Während die Gingiva am Zahn mit inserierenden Kollagenfasern verankert ist und über mehrere Blutplexus sehr gut versorgt wird, gibt es zwischen Implantat und Weichgewebe keine verbindenden Fasern, und in der krestalen Zone um das Implantat befindet sich eine fast avaskuläre Zone. Um eine periimplantäre Weichgewebesituation mit guter Durchblutung zu erzielen, sollte daher bei Implantation auf eine optimale Schnittführung und eine möglichst hohe Lappendicke geachtet werden. Ausserdem sollte der Wundverschluss möglichst spannungsfrei sein, da sonst das Risiko für Dehiszenzen und Narbenbildung erhöht ist. Die Verwendung dünner Nahtmaterialien und eine frühe Nahtentfernung kann die Lappenspannung reduzieren und zu einer schnelleren Heilung beitragen, erklärte Burkhardt. Er wies darauf hin, dass die Breite der keratinisierten (mastikatorischen) Schleimhaut zwar keinen Einfluss auf die Überlebensrate der Implantate hat, eine ausreichende Breite aber im Frontzahnbereich häufig aus ästhetischen Gründen nötig ist. Sie reduziert zudem das Risiko für Rezessionen und erleichtert das chirurgische Handling der Weichgewebe. Im ästhetischen Bereich sollte daher beim chirurgischen Eingriff immer auf den Erhalt des keratinisierten Weichgewebes geachtet werden. Es sollte zudem nicht koronal bewegt, sondern bei Bedarf mit freien Schleimhauttransplantaten augmentiert werden. Genetische Information im Bindegewebe Der zweite Teil des Symposiums beschäftigte sich mit der Augmentation von Weichgewebe. Niklaus P. Lang (Hongkong) leitete das Thema mit Grundlagen von Weichgewebeaufbau und -heilung ein. Die Farbe der Gingiva ist vom Grad der Keratinisierung bestimmt: Bei dicker Keratinisierung erscheint die Gingiva blassrosa, bei dünner eher dunkelrot. Lang wies darauf hin, dass der Aufbau der Weichgewebe dynamisch ist. So nimmt der Anteil an befestigter Gingiva mit dem Alter zu, wodurch sich die Mukogingivalgrenze verschiebt. In Studien konnte gezeigt werden, dass die genetische Information zur Keratinisierung im Bindegewebe liegt. Wird Bindegewebe aus der Gingiva in die Mukosa transplantiert, keratinisiert das darüber liegende Epi- Tatsächlich zeigte die Testbehandlung (Kollagenmatrix plus Spaltlappen) in einer randomisierten, kontrollierten klinischen Studie (Sanz et al.; J Clin Periodontol 2009) vergleichbare Ergebnisse im Gewinn keratinisierter Gingiva wie die Kontrolltherapie (Bindegewebstransplantat plus Spaltlappen). Die Morbidität war aber in der Testgruppe deutlich geringer. In einer weiteren noch nicht veröffentlichten US-Studie wurde die Kollagenmatrix (plus koronalem Verschiebelappen) mit autologem Bindegewebetransplantat (plus koronalem Verschiebelappen) zur Rezessionsdeckung verglichen. Die Ergebnisse nach sechs Monaten waren mit der neuen Matrix zwar leicht schlechter als mit dem Bindegewebstransplantat, vom klinischen Standpunkt aus spielen die Unterschiede (83,5 vs. 95,6 %) aber keine Rolle. Auch in dieser Studie war die Morbidität mit der Kollagenmatrix geringer. Auch eine internationale Arbeitsgruppe um Sören Jepsen untersucht derzeit in einer internationalen Multicenterstudie die neue Kollagenmatrix. Erste Daten der noch laufenden Studie weisen darauf hin, dass die Matrix plus koronalem Verschiebelappen bessere Ergebnisse in Rezessionsdeckung und beim Gewinn von keratinisiertem Gewebe erzielen kann als der koronale Verschiebelappen allein. Rezessionen an Zähnen decken Sören Jepsen (Bonn) zeigte anhand von Literaturdaten, dass die Kombination von koronalem Verschiebelappen und Bindegewebstransplantat bei der Rezessionsdeckung dem Verschiebelappen allein signifikant überlegen ist. So erzielt die Kombination häufiger eine komplette Deckung sowie eine Verbreiterung der keratinisierten Gingiva. Da die Transplantatentnahme für den Patienten schmerzhaft ist, könnte eine neue dreidimensionale Kollagenmatrix (Geistlich Mucograft®) eine Alternative zu autologem Weichgewebetransplantat darstellen. Rezession an Implantaten verhindern Für ein stabiles, ästhetisches Weichgeweberesultat am Implantat sind Breite, Farbe sowie Textur des Weichgewebes entscheidend, erklärte Ronald Jung (Zürich). So scheint eine Dicke von 2 mm eine kritische Grösse zu sein – sowohl für eine optimale Gewebefarbe über einer Titanrekonstruktion als auch zur Ver- Gut verankerte Implantate Dank GBR und GTR.

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