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Jürgen Pischel spricht Klartext

2 Statements and News Kostendämpfung durch Zahnmedizin-Ausgrenzung Jürgen Pischel spricht Klartext DENTAL TRIBUNE German Edition · Nr. 1+2/2010 · 5. Februar 2010 Ende der Schonfrist für Versicherte Die Zusatzlasten heizen den Reformstreit an. BERLIN – Millionen Versicherte sollen ab Februar acht Euro mehr Krankenkassenbeitrag im Monat bezahlen.Mit der DAK und der KKH-Allianz kündigten erstmals zwei Branchengrößen den Extrabeitrag an. Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) forderte von den Kassen in der Welt Ausgaben zu durchforsten, statt Mehrkosten auf die Versicherten abzuwälzen. Die gesetzlichen Kassen müssen in diesem Jahr insgesamt ein Defizit von rund 4 Milliarden Euro schultern – trotz eines einmalig um 3,9 Milliarden Euro erhöhten Steuerzuschusses zum Ausgleich krisenbedingter Ausfälle. Spätestens im kommenden Jahr würden Zusatzbeiträge für fast alle gesetzlich Versicherten fällig, kündigte die Chefin des Kassen-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, im Deutsch- illionen Bürger werden in den nächsten Wochen Bescheide ihrer Krankenkasse erhalten, dass sie einen höheren Beitrag zahlen müssen, verbunden mit einer Rechnung zur direkten Begleichung. Belastet wird allein der Versicherte. Genauso wie beim Sonderbeitrag zum ZE-Festzuschuss, um die Arbeitgeber zu entlasten. In diesem Jahr fehlen der GKV im Gesundheitsfonds 4 Milliarden Euro. Eigentlich ist der Fehlbetrag 8 Milliarden Euro, aber 4 Milliarden kommen als Übergangssubvention. Dies wurde vor zwei Jahren für 2010 zugesagt, um den GKV-Beitrag vor der letzten Bundestagswahl für scheinbar stabil erklären zu können. Für das nächste Jahr prognostiziert man bereits ein GKV-Defizit von über 10 Milliarden Euro, direkt von den Versicherten hereinzuholen,was die Zusatzbeitragsregelungen im Gesundheitsfonds nicht hergeben. Aus dem Bundeshaushalt wird es keinen müden Euro zusätzlich für die GKV geben, hat doch der Finanzminister Schäuble allein bis 2015 über 200 Milliarden Euro einzusparen. Was bleiben dem bisher vornehmlich durch freundliches Lächeln, aber durch wenig zielorientiertes Handeln auffallenden Gesundheitsminister Rösler für Alternativen? Zähne zusammenbeißen und knirschen wird nicht ausreichen, er wird handeln müssen. Die Umstellung auf die Kopfpauschale, Lieblingsprojekt der FDP – aber nicht erkennbar des Vorsitzenden, der all sein Politheil in Steuersenkungen sieht – führt nicht nur zu einem unglaublichen bürokratischen Aufwand, sondern erfordert weitere 15 bis 20 Milliarden GKV-Subvention aus dem Bundeshaushalt. Geht nicht, gibt es nicht. Über eine M Sondergesundheitssteuer eine Finanzierung zu sichern, oder über einen Solidaritätszuschlag auf die Einkommens- und Körperschaftssteuer das Geld hereinzuholen,geht ebenfalls nicht.Den bestehenden Soli wollen besonders die Liberalen abschaffen, die Union kann auch nicht mitmachen. Rösler wird mit der Kopfpauschalen-Modell-Reform scheitern,sie begraben müssen. Was sonst. Eine strikte Ausgabenbegrenzung, also Wiedereinführung der von Seehofer erfundenen strikten Budgetierung verbietet sich ebenfalls für Rösler, das wäre ein FDP-Sakrileg und würde die Wähler-Klientel in den Protest treiben. Die Pharmaindustrie, neben den Ärzten und Krankenhäusern in der letzten Zeit die Antriebskräfte für die GKV-Ausgaben-Steigerungsrakete in die Preisschranken zu weisen, verbietet sich für einen FDP-Minister von selbst. Neue „Sparrunden“ sind nicht Rösler-FDP-konform. Bleibt das FDP Politallheilmittel für alle anstehenden Probleme, „mehr Wettbewerb“ zu fordern und zu fördern.Wettbewerb durch Ausgrenzung von Leistungen aus der GKV, das entlastet die Arbeitgeber bei den Soziallasten, das erlaubt Sonderversicherungsverträge bei der PKV, den Privaten,oder Sondertarife bei der GKV. Am einfachsten geht dies in der Zahnmedizin nach dem ZE-Modell-Sonderbeitrag. Rausfliegen könnte vieles von der Paro über viele Kons-Leistungen. Nur noch eine GKV-Grundsicherung.Widerstand von ZÄ-Funktionären erwartet die FDP nicht,die Gruppe steht unter FDP-Fittichen. Was heißen soll: STILL! Toi, toi, toi Ihr J. Pischel Foto: Oleksandr Kalinichenko landfunk an. Der Einheitssatz beträgt derzeit 14,9 Prozent. Die Union deutete an, die Obergrenze bei den Zusatzbeiträgen zur Disposition stellen, Belastungen aber ausgleichen zu wollen. Rösler sprach sich gegen eine Aufhebung der Obergrenze aus. „Richtig ist, dass die Zusatzbeiträge eben sozial ausgeglichen werden müssen.“ Opposition und Sozialverbände warnten vor einer Wende bei der Finanzierung der Kassen auf dem Rücken der Versicherten und riefen Rösler zum Verzicht auf Kopfpauschalen auf. Rösler warb für einen Sozialausgleich und kündigte rasch eine Debatte über Kostensenkungen bei Arzneimitteln an. DT ZWP online informiert Sie über den aktuellsten Stand der Diskussion: www.zwp-online.com/zwpnews/gesundheitspolitik Neues DZOI-Präsidium gewählt Dr. Kurt Strauß als Präsident im Amt. EMMERICH – Die Mitgliederversammlung des Deutschen Zentrums für orale Implantologie e.V. (DZOI) wählte am 28.Januar 2010 in Köln ein neues Präsidium. Einstimmig einigten sich die Teilnehmer auf Dr. Kurt Strauß als neuen Präsidenten des Fachverbandes sowie auf Dr. Thomas Freiherr von Landenberg als neuen Vizepräsidenten. Dr. Kurt Strauß aus Borken, Hessen, ist seit 2003 Mitglied des DZOI. Seit März 2006 verantwortet er im Vorstand das Ressort Implantologie.In dieser Funktion steht der Zahnmediziner vor allem für die Fortbildungsangebote des DZOI. Der neue Vizepräsident Dr. Thomas von Landenberg aus Boppard trat dem DZOI im Jahr 2004 bei. Seit März 2006 koordiniert er als Vorstandsmitglied die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes. Beide werden neben den neuen auch ihre angestammten Vorstandsfunktionen behalten. DT Mehr Informationen unter: www.zwp-online.com/zwpnews Fortsetzung von Seite 1 Dipl.-Päd. Jürgen Isbaner Dipl.-Betriebsw. Lutz V. Hiller Steffi Katharina Goldmann s.goldmann@oemus-media.de IMPRESSUM Verlag Oemus Media AG Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Tel.: 03 41/4 84 74-0 Fax: 03 41/4 84 74-2 90 kontakt@oemus-media.de www.oemus.com Verleger Torsten R. Oemus Verlagsleitung Ingolf Döbbecke Chefredaktion Produktionsleitung Dipl.-Päd. Jürgen Isbaner (V.i.S.d.P.) Gernot Meyer isbaner@oemus-media.de meyer@oemus-media.de Redaktionsleitung Jeannette Enders (je), M.A. j.enders@oemus-media.de Anzeigenverkauf Verkaufsleitung Dipl.-Betriebsw. Lutz V. Hiller hiller@oemus-media.de Verkauf Tomas Wiese t.wiese@oemus-media.de Anzeigendisposition Marius Mezger m.mezger@oemus-media.de Bob Schliebe b.schliebe@oemus-media.de Layout/Satz Franziska Dachsel Lektorat Hans Motschmann h.motschmann@oemus-media.de Plasmajettechnologie. „Dieser Preis und die damit verbundenen Fördermittel des BMBF für drei Jahre ermöglichten 2007 den Beginn intensiver Forschungsarbeit, die jetzt erste Erfolge zeigt“, so Dr. Rupf gegenüber Dental Tribune. Über die Ergebnisse berichtet das Wissenschaftsteam in der Februar-Ausgabe des Fachmagazins Journal of Medical Microbiology. Dental Tribune: Wie kamen Sie auf die Idee, die Technologie mit Plasmajets für die Zahnmedizin zu nutzen? Dr. Rupf: Plasmajets werden in der Technik vor allem zur Bearbeitung von Oberflächen eingesetzt,zum Beispiel um in naher Zukunft optische Hochleistungslinsen herzustellen. Nachdem die langjährigen Entwicklungsarbeiten im Institut für Oberflächenmodifizierung in Leipzig zu einer miniaturisierten Plasmajetquelle mit Temperaturen des Plasmastrahls im Bereich der Körpertemperatur geführt hatten, hatte Dr. Schindler die Idee, den Plasmajet auch für die Zahnheilkunde zu verwenden. Kalte Plasmen verursachen Oberflächentemperaturen am Auftreffpunkt des Plasmajets von weniger als 40 °C. Mithilfe kalter atmosphärischer Plasmajets sind Reinigung und Hydrophilisierung von Oberflächen bei biologisch akzeptablen Temperaturen möglich. Es war Mitte 2006, als Herr Schindler in die Zahnklinik der Universität Leipzig kam und nach einer gemeinsamen Forschungszusammenarbeit anfragte. Könnten Sie uns die durchgeführte Studie genauer erklären? Rupf: Wir überprüften die Wirksamkeit des Plasmas bei oralen Pathogen, wie Streptococcus mutans und Lactobacillus casei. In unserer Studie infizierten wir Dentin von extrahierten menschlichen Molaren mit vier Bakterienstämmen und setzten diese für 6, 12 oder 18 Sekunden dem Plasma aus. Je länger das Dentin mit Plasma bestrahlt wurde, desto größer war die Reduktion der Zahl der Bakterien. Wie muss man sich eine Zahnbehandlung mit dem Plasmajet vorstellen und welche Einsatzmöglichkeiten bietet das Verfahren? Schindler: Der Plasmajet sollte in ein Handstück integriert werden. Da es sich um ein bereits stark miniaturisiertes Gerät handelt, ist dies technisch kein Problem. Rupf: Der Zahnarzt führt den Plasmajet kontinuierlich über die zu behandelnde Region. Der Plasmajet ist sehr flexibel und lokal wirksam. Zahnschmelz, Dentin oder Wurzelzement kann schonend behandelt werden. Das Verfahren verspricht Therapieansätze, die sich nicht nur für die Zahnheilkunde, sondern zukünftig auch in der Chirurgie und Dermatologie bewähren könnten. Wann wird das Plasmajetverfahren an Patienten getestet und wie lange, schätzen Sie, braucht es bis zur Marktreife? Schindler: Wir werden das Plasmajetverfahren noch in diesem Jahr an Patienten testen. Bis zur Marktreife werden wir etwa noch drei Jahre benötigen. Vielen Dank für das Gespräch! Interview: Jeannette Enders DT Kontakt Erscheinungsweise Dental Tribune German Edition erscheint 2010 mit 10 Ausgaben, es gilt die Preisliste Nr. 1 vom 1. 1.2010. Es gelten die AGB. Verlags- und Urheberrecht Dental Tribune German Edition ist ein eigenständiges redaktionelles Publikationsorgan der Oemus Media AG. Die Zeitschrift und die enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt besonders für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Bearbeitung in elektronischen Systemen. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages. Bei Einsendungen an die Redaktion wird das Einverständnis zur vollen oder auszugsweisen Veröffentlichung vorausgesetzt, sofern nichts anderes vermerkt ist. Mit Einsendung des Manuskriptes geht das Recht zur Veröffentlichung als auch die Rechte zur Übersetzung, zur Vergabe von Nachdruckrechten in deutscher oder fremder Sprache, zur elektronischen Speicherung in Datenbanken zur Herstellung von Sonderdrucken und Fotokopien an den Verlag über. Für unverlangt eingesandte Bücher und Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden. Mit anderen als den redaktionseigenen Signa oder mit Verfassernamen gekennzeichnete Beiträge geben die Auffassung der Verfasser wieder, welche der Meinung der Redaktion nicht zu entsprechen braucht. Der Autor des Beitrages trägt die Verantwortung. Gekennzeichnete Sonderteile und Anzeigen befinden sich außerhalb der Verantwortung der Redaktion. Für Verbands-, Unternehmens- und Marktinformationen kann keine Gewähr übernommen werden. Eine Haftung für Folgen aus unrichtigen oder fehlerhaften Darstellungen wird in jedem Falle ausgeschlossen. Gerichtsstand ist Leipzig. Priv.-Doz. Dr. Stefan Rupf Oberarzt Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventive Zahnheilkunde stefan.rupf@uks.eu ANZEIGE Priv.-Doz. Dr.Axel Schindler IOM Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung e.V. axel.schindler@iom-leipzig.de