
Für Patienten und Behandler stellen non-invasive Verfahren einen immensen Vorteil gegenüber konventionellen Techniken dar – mit minimalistischem Stress für die Zahnhartsubstanz und das umgebende Gewebe. Ein Fachbeitrag von Dr. Jürgen Wahlmann.
ANZEIGE ESTHETIC TRIBUNE ➟ sollte, die gewünschte Zahnstellung zu erreichen. Dazu sind im Schnitt vier bis sechs Schienen erforderlich. Die erste Schiene wird vom Patienten drei Wochen getragen, alle folgenden Schienen zwei Wochen, die Behandlungsdauer liegt zwischen 2,5 Monaten und vier Monaten.Auf Wunsch wird ein sogenanntes „Setup“-Modell geliefert.Dieses Modell zeigt das mögliche Endergebnis und sollte für jeden Behandlungsfall angefordert werden, da es dem Patienten beim Visualisieren hilft. German Edition · Nr. 1+2/2010 · 5. Februar 2010 OFFEN FÜR DIE NEUE ZIRKON-ÄSTHETIK ? Perfect Smile A lternatives B enefits ABC C omplications Tabelle 2 mentiert, sind spätere rechtliche Probleme bezüglich der Aufklärung ausgeschlossen. Wird jedoch eine konventionelle Veneerversorgung durchgeführt, obwohl eine No Prep Versorgung möglich gewesen wäre, und es treten postoperative Beschwerden auf, so ist bei fehlender Aufklärung der Fall auch bei zahnmedizinisch perfekter Ausführung juristisch verloren. No Prep versus konventionell Bedenken, No Prep Veneers wären bezüglich Randadaption, Diskoloration, Farbstabilität oder gingivaler Gesundheit konventionellen Veneers unterlegen oder wiesen ein höheres Frakturrisiko auf, konnten durch verschiedene Studien (Tabelle 3, Lumineers by Cerinate) widerlegt werden. Auch stellten Sorensen, Kang und Avera (University of California, Los Angeles) fest, dass „das Cerinate/UltraBond Team von den getesteten Systemen das einzige mit 100 % Retention ist, das nicht aufgrund von Polymerisierungsschrumpfung bricht oder reißt“. Fallbeispiel 1 Die Abbildungen 1 und 2 zeigen eine 14-jährige Patientin vor Beginn der kieferorthopädischen Behandlung. Sie stellte sich mit dem Wunsch nach einer Veneerversorgung in unserer Ästhetiksprechstunde vor. Auf Nachfrage gab sie an, in der Schule wegen ihrer Zähne gehänselt zu werden. Die Situation nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung zeigen die Abbildungen 3 und 4. Die Fehlstellung konnte mit fünf Harmonieschienen korrigiert werden, die Behandlungsdauer betrug lediglich drei Monate. Die Patientin war völlig zufrieden, eine Veneerbehandlung damit nicht mehr notwendig. Nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung ist eine Retention der neuen Zahnstellung unabdingbar. Hier ist ein geklebter Retainer für sechs Monate mit anschließender Retinierung mittels einer tiefgezogenen Schiene zu empfehlen. Die Akzeptanz einer kieferorthopädischen Vorbehandlung mit der Harmonieschiene ist extrem hoch. Mehr als 90 % der Patienten akzeptieren die Vorbehandlung, wenn dadurch anschließend eine No Prep Versorgung möglich ist. Selbst Patienten, die als Kind/ Jugendliche(r) bereits kieferorthopädisch mit Brackets behandelt worden sind, akzeptieren problemlos eine Behandlung mit Harmonieschienen, während eine erneute Behandlung selbst mit Keramikbrackets in aller Regel nicht akzeptiert wird. In manchen Fällen ist dennoch eine festsitzende Behandlung mit Brackets erforderlich, da das gewünschte Behandlungsergebnis nicht mit Harmonieschienen erreicht werden kann. Die offene 5-AchsFräsmaschine sodass eine No Prep Versorgung das Mittel der Wahl darstellte. Die Versorgung erfolgte mit zwei Vollkeramikkronen (Feldspatkeramik, geschichtet) auf 11, 21 sowie No Prep Veneers (ebenfalls geschichtete Feldspatkeramik) auf 12 bis 15 sowie 22 bis 25. Die Abbildungen 9 bis 11 zeigen das Ergebnis nach Eingliederung der Versorgung. Die Erwartung der Patientin konnte deutlich übertroffen werden (Zahntechnische Arbeit: Dental Design, Oliver Reichert di Lorenzen). Fallbeispiel 4 Die Abbildung 12 zeigt die Ausgangssituation einer 36-jährigen Patientin vor Beginn der Behandlung. Ohne kieferorthopädische Vorbehandlung wäre nicht nur eine Fazit No Prep Veneers stellen eine wichtige Alternative zu konventionellen Veneertechniken dar. Wer- Studiendauer 20 Jahre 14 Jahre 4 Jahre 3 Jahre 1 Jahr Anzahl Verblendungen 167 60 60 165 72 Bonding Erfolg (%) 100 100 100 100 100 Randadaptation Gut bis exzellent Gut bis exzellent Gut bis exzellent Gut bis exzellent Gut bis exzellent Randdiskoloration Minimal bis keine Minimal bis keine Minimal bis keine Minimal bis keine Minimal bis keine Farbstabilität Exzellent Exzellent Exzellent Exzellent Exzellent Gingivagesundheit Exzellent Exzellent Exzellent Exzellent Exzellent Tabelle 3 Dr. Sebastian G. Ciancio Biological Therapies in Dentistry Volume 21, Supplement 2 - transluzent und durchgefärbt für hohe Ästhetik - makroskopische Zirkonstruktur Fallbeispiel 2 Abbildungen 5 und 6 zeigen die Situation vor Beginn der kieferorthopädischen Behandlung. Vor dem Einsetzen der ersten Schiene müssen die Zwischenräume gestrippt werden, um den nötigen Platz zu generieren. In aller Regel werden zwischen 0,1mm und 0,2mm gestrippt. Abbildung 7 zeigt die Situation nach Abschluss der Vorbehandlung. Der Zahn 22 konnte eingeordnet werden, sodass eine aggressive Präparation vermieden werden kann. agressive Präparation erforderlich, es könnte auch kein optimales ästhetisches Endergebnis erzielt werden, da der horizontale Zahnfleischverlauf gekantet ist. Abbildung 13 zeigt die Patientin nach Abschluss der zwölfmonatigen kieferorthopädischen Vorbehandlung. Die Kantung der Mittellinie konnte beseitigt werden, 22 und 23 wurden extrudiert, die Rotationen wurden ausgeglichen. Auch der negative bukkale Korridor insbesondere der rechten Seite konnte korrigiert werden. Somit wurden die Voraussetzungen geschaffen, um eine No Prep Versorgung durchführen zu können. den geeignete Vorbehandlungen durchgeführt, kann die Mehrzahl der Veneerbehandlungen ohne Präparation ausgeführt werden. Die dadurch mögliche Schonung gesunder Zahnstrukturen stellt einen immensen Vorteil gegenüber konventionellen Techniken dar und macht den Patienten die Entscheidung für die geplante Versorgung wesentlich leichter. No Prep Versorgungen haben durch die Integration kieferorthopädischer Vorbehandlungen deutlich an Bedeutung gewonnen und stellen eine wesentliche Erweiterung des Therapiespektrums dar. ET Patientenaufklärung Gerade bei Veneerbehandlungen sollte grundsätzlich eine optimale Aufklärung im Vorfeld der Behandlung erfolgen. Dabei ist es wichtig, immer dem gleichen Schema zu folgen,damit grundsätzlich eine vollständige Aufklärung des Patienten erfolgt. Hier hat sich die „ABC“-Methode (Tabelle 2) als Mittel der Wahl bewährt. Der Patient wird über alle Behandlungsalternativen, Vorteile sowie Nachteile aufgeklärt. Wird diese Aufklärung dann noch konsequent doku- Fallbeispiel 3 Goldquadrat GmbH Büttnerstraße 13 30165 Hannover Abbildung 8 zeigt die Ausgangssituation bei einer 35-jährigen Patientin. Eine kieferorthopädische Vorbehandlung war aufgrund der günstigen Ausgangssituation nicht erforderlich. Der negative bukkale Korridor musste erweitert werden, www.goldquadrat.de Dr. Jürgen Wahlmann Oldenburgerstr. 13 26188 Edewecht Tel.: 0 44 05/40 50 Fax: 0 44 05/55 38 drwahlmann@gmx.de www.drwahlmann.de Fragen Sie unseren Außendienst!